Claudia Kappenberg und Dorothea Seror: Fürstliches Vergnügen
Drei Tage lang offeriert WHITE MARKET Performancekunst als „fürstliches Vergnügen“: Die beiden Künstlerinnen Frau White und Frau Market bieten im Rahmen der Aktion „Fürstliches Vergnügen“ an, den BesucherInnen Kurzweil zu verschaffen. Sie eskortieren die BesucherInnen beim Lustwandeln durch den Park.
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Im Park sind einladende Orte eingerichtet, an denen die Gäste verweilen können, um die schönen Seiten des Lebens zusammen mit den Künstlerinnen zu genießen. Sie können schaukeln und Gesellschaftsspiele wie „Blinde Kuh“ oder „Fangen“ spielen. Sie können sich mit Köstlichkeiten futtern lassen oder mit den Künstlerinnen Händchen haltend durch den Park promenieren und/oder sich auf Bänken niederlassen. Bequeme Liegestätten fordern zum Ausruhen und in den Himmel schauen auf.
Alle Aktionen sind als Kunst deklariert und sollen finanziell abgegolten werden. Die Berechnung ergibt sich aus Faktoren wie Dauer und Art und Weise des Vergnügens. Auch die Einschätzung der Nutznießer (Einkommensverhältnisse, Wertigkeit der jeweiligen Aktion) spielt bei der Kalkulation der Kosten für die jeweilige Aktion eine Rolle.
Diese Zusammenhänge bilden die Grundlage für die Salon-Diskussion: White Market und eingeladene Gäste diskutieren über den Zusammenhang von „fürstlichem Vergnügen“, Kunst und Geld. Das Angebot der Künstlerinnen, sich ihrem Klientel im Eins zu Eins - Bezug zu widmen, generiert die Frage nach dem Wert von Kunst:
- Was macht den Wert dieser Begegnung aus? Die gemeinsam verbrachte Zeit, der Inhalt des Gesprächs oder die wahrgenommenen optischen/haptischen/sinnlichen/physischen Genüsse? Oder ist es das Unbekannte, Unberechenbare in der ad-hoc Beziehung zur Künstlerin?
- Was bedeutet eine Investition in diese Art von künstlerischer Betätigung und wie viel ist sie daher dem Nutznießer wert?
- Entzieht sich die Kunst durch ihre subjektive Bestimmbarkeit einer finanziellen Bewertbarkeit?
- Wird Kunst heutzutage benutzt, um einen Freiraum zu schaffen, in dem Müßiggang, Überfluss und Verschwendung legitim sind?